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Amazon ist aktuell die größte Bedrohung für Bitcoin

Im vergangenen Jahr hat eine wachsende Zahl von Menschen zum kometenhaften Aufstieg von Bitcoin beigetragen. Zu den Investoren zählten längst nicht mehr nur Internet-Nerds oder klassische Spekulanten, sondern immer mehr normale Leute. Und die nahmen in Extremfällen sogar Kredite auf um von den extremen Wertsteigerungen des Bitcoin zu profitieren. Schließlich steckten sogar Milliardäre immense Summe in die digitale Währung.

Es ist also eine ganze Menge Geld im Spiel, darunter sicher auch Ersparnisse von Leuten, denen man den Verlust ihres Geldes sicher nicht wünschen würde. Dabei ist Bitcoin als Investment-Vehicle gänzlich ungeeignet. Es ist extrem volatil, Wertsteigerungen und -verluste von bis zu 30% täglich sind keine Seltenheit. Wird eine Wallet gehackt, ist das Geld quasi verloren. Und schließlich schicken sich eine ganze Reihe von Alt-Coins an, Bitcoin vom Thron zu stoßen.

Solche Alt-Coins sind nicht selten technisch weiter, bieten einen höheren Grad an Anonymität und lassen sich häufig besser skalieren. Die meisten Leute denken deshalb sicher an Ripple, Tron und Co als potentielle Herausforderer für Bitcoin. Vielleicht lauert die wahre Bedrohung aber ganz woanders.

Amazon ist der größte Online-Einzelhändler der Welt

Mit einem Umsatz von 94 Milliarden US-$ wickelte Amazon im vergangenen Jahr mehr als die Hälfe der amerikanischen online-Einkäufe ab und liegt auch auf den meisten europäischen Märkten mit großem Abstand vorn. Während das Internet-Kaufhaus bereits eine ganze Reihe an unterschiedlichen Zahlungsmöglichkeiten anbietet, gibt es bislang keine Möglichkeit mit Bitcoin oder anderen Kryptowährungen zu bezahlen.

Doch ist Amazon mit seiner Pole Position wahrscheinlich der wahrscheinlichste Online-Detailliere, der dank seiner Innovationskraft auf Kryptowährungen setzen könnte. Einzig der chinesische Riese Alibaba könnte dem Giganten aus Seattle diese Führungsposition streitig machen. Und tatsächlich mehren sich in den letzten Wochen die Gerüchte, wonach Alibaba eine Kooperation mit dem Blockchain-Unternehmen Tronix anstreben würde. Der Kurs von Tronix‚ Währung TRX verharrt seitdem in Lauerstellung.

Doch ist es unwahrscheinlich Jeff Bezos seinem chinesischen Konkurrenten dieses Feld überlässt. Fakt ist, dass Amazon wohl jeder denkbaren Kryptowährung einen gigantischen Schub geben könnte, wovon nicht zuletzt auch Amazon selbst wiederum profitieren könnte und sein Standing als eines der führenden Technologie-Unternehmen weiter untermauern könnte.

Stelle sich also die Frage, worauf Amazon wartet.

Hindernisse

Einer der Gründe aus denen Amazon zögern könnte liegt mutmaßlich an der teils desaströsen Geschwindigkeit die mit unterschiedlichen Kryptowährungen einhergeht. So schafft die Bitcoin-Blockchain beispielsweise nur 7 Transaktionen in der Sekunde, Ethereum kommt immerhin auf 15.

Für Amazon ist das aber natürlich viel zu wenig.

Beim letztjährigen Prime Sale verzeichnete der Retailer in der Spitze 600 Verkäufe. Selbst wenn nur ein kleiner Teil dieser Kunden mittels Kryptowährungen hätte bezahlen wollen, hätte das zu einem Superstau in der Blockchain geführt und die Kunden hätten Stunden auf die Abwicklung ihrer Bestellungen warten müssen.

Für ein Unternehmen wie Amazon, für das das Nutzungserlebnis und die Kundenzufriedenheit oberstes gebot sind, wäre das unvorstellbar.

Bedeutet das nun also, dass Amazon wegen der schwachen Geschwindigkeiten nicht auf Kryptowährungen setzen wird? Auf gar keinen Fall! Für Amazon ist es alles andere als ungewöhnlich, für komplizierte Probleme skalierbare Lösungen zu finden. Genau darin liegt die Stärke des Unternehmens.

Wenn also die Platzhirsche auf dem Kryptomarkt, Bitcoin und Ethereum zu langsam sind, könnte die Lösung darin liegen, sich schnellere Alternativen zu suchen. Hier drängen sich insbesondere die Alt-Coins Ripple und Tron auf. Die schaffen locker mehr als Tausend Transaktionen in der Sekunde.

Eine andere Möglichkeit könnte auch in der Entwicklung einer eigenen Blockchain liegen. Auch in diese Richtung gab es bereits immer wieder Spekulationen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Amazon früher oder später auf Kryptowährungen setzt ist groß

Obwohl es bisher noch kein offizielles Statement zu diesem Thema gibt, sprechen verschiedene Anzeichen dafür, dass Amazon plant, sich in Kryptowährungen und Blockchain-Technologie zu engagieren. Und die weisen in die Richtung, dass Bitcoin der größte Verlierer dieser Entwicklung werden könnte.

So wurde bekannt, dass Amazon die Domains amazonethereum.com, amazoncryptocurrency.com, and amazoncryptocurrencies.com gekauft hat. Könnte das vielleicht ein Hinweis auf zukünftige Pläne sein?

Darüber hinaus können via Amazon bereits Geschenkkarten für Bitcoin gekauft werden. Amazon verkauft, anders ausgedrückt, also tatsächlich Kryptogeld auf seiner Plattform.

Schließlich müssen wir bedenken, dass es Amazon stets darum geht, seine Kunden zufrieden zu stellen. Wenn seine Kunden also mit Kryptowährungen bezahlen wollen, ist nur wahrscheinlich dass Amazon auch nach Möglichkeiten suchen wird, dies zu ermöglichen. Gerade weil das Unternehmen immer internationaler wird und viele seiner Kunden immer häufiger im Ausland bestellen, könnte die Bezahlung über die Blockchain dabei helfen Kosten zu sparen und die Sicherheit zu erhöhen.

Block in die Glaskugel: Was könnte passieren?

Okay, wie könnte die Geschichte also weitergehen? Im Prinzip gibt es hier drei Möglichkeiten.

Amazon könnte dem Kypto-Sektor fern bleiben.

Das ist sicher die unwahrscheinlichste Variante. Doch selbst wenn sich das Internet-Kaufhaus dazu entschließt, keine Bezahlung über Kryptowährungen zu ermöglichen, wäre das ein Problem für Bitcoin. Der Punkt ist schließlich der, dass ein Coin nur als Währung durchsetzen kann, wenn seine Anhänger damit auch echte Produkte erwerben können.

Andernfalls haben wir es mit einem bloßen Spekulationsobjekt zu tun. Gerade Bitcoin leidet darunter. Sollte sich der größte Player unter den Einzelhändlern nun gegen diese Technologie entscheiden, wäre dies für die größte Währung am Markt natürlich ein ernstes Problem.

Amazon arbeitet mit einem Bitcoin-Konkurrenten.

Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird sich Amazon also dieser Technologie nicht verschließen. Es wird allerdings eine Blockchain benötigen, die mehr als 1000 TPS (Transaktionen pro Sekunde) ermöglicht.

Bitcoin kann diese nicht leisten, als erste Kandidaten drängen sich deshalb Ripple und Tron auf, die das geforderte Tempo bequem gehen können. Für Bitcoin würde ein Engagement Amazons bei diesen Coins sicherlich nicht den Tod, auf jeden Fall aber das Ende der Dominanz bedeuten.

Wir müssen uns einfach vor Augen halten, dass die Investoren in diesen Währungen aktuell auf kleinste Gerüchte reagieren und die Währungen in solchen Situationen gern um mehrere 100% steigen.

Die offizielle Ankündigung, dass Amazon auf Ripple oder Tron setzt, würde den Marktwert dieser Coins deshalb zum Mond schießen.

Amazon kreiert eine eigene Kryptowährung

Die wahrscheinlichste Variante. Amazon mag große Herausforderungen und schreckt selten davor zurück, die Extrameile zu gehen um ein Ziel zu erreichen. Denken wir nur an die Hardwareprodukte die das Unternehmen aus Seattle entwickelt hat, denken wir an seien gigantische Logistik-Sparte, denken wir an die Übernahme von Wholefoods …

Sicher, nicht alle diese Unternehmungen sind erfolgreich. Sie zeigen aber eines ganz klar: Wenn Amazon ein Potential erkennt, ist es bereit, auch größte Anstrengungen zu unternehmen um dieses Potential auszuloten.

Und es wäre nicht das erste Mal, das ein etabliertes Unternehmen eine eigene Kryptowährung launcht. So hat das Chat-Unternehmen KiK beim ICO seines Tokens stolze $75 Millionen eingenommen.

Amazon könnte seine eigene Währung in all seinen Services als Zahlungsmittel zulassen. Nicht nur für die klassischen Bestellungen, auch zu Bezahlung von Filmen auf Prime Video, bei Audible, Twitch oder an der Kasse von Wholefoods oder weiteren stationären Einzelhandelsketten, die sich Jeff Bezos‚ Imperium sicher demnächst einverleiben wird.

Dabei könnte es zugleich seine eigene stärke nutzen um damit andere Kryptowährungen auszubooten. Ein kleiner Discount bei Bezahlungen mit dem AmazonCoin würden die Kunden sicher schnell an die neue Zahlungsmethode gewöhnen und würden den Markt für alle anderen Coins damit deutlich enger machen.

Für Bitcoin dürfte genau das gefährlichste Szenario sein.

Wir sollten Amazon im Auge behalten

Bislang verhält sich Amazon verdächtig ruhig, wenn es um dieses Thema geht. Fakt ist aber unbestritten, dass die Kryptowährung, auf die es setzt schon bald zum Householdname wird.

Egal welche Kryptowährung Amazon am Ende wählt, seine Wahl wird große Auswirkungen auf die gesamte Krypto-Landschaft haben. Der größte Verlierer dürfte dabei allerdings Bitcoin sein.

Transparenzhinweis und Rechtliches:

Ich bin persönlich in Ripple und Tron investiert. Meine hier angestellten Analysen und Betrachtungen sind ausdrücklich keine Investitionsempfehlungen.

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